Wer dachte, dass sich die in 2008 kurzzeitig gesunkenen Kosten für Gas halten oder weiter sinken werden, hat sich getäuscht. Betrachtet man das Jahr 2011 nämlich rückwirkend, erkennt man eine Preissteigerung von ungefähr sieben Prozent. Rechnet man dies auf einen typischen Haushalt mit vier Personen um, sind das fast 90 Euro im Jahr, die mehr bezahlt wurden. Insgesamt haben rund 500 aller bestehenden Gasversorger ihre Tarife erhöht haben. Und auch im kommenden Jahr 2012 haben schon einige Anbieter erneute Erhöhungen vorausgesagt.
Sind die kalten Monate jedoch vorbei, sollen sich Gaskunden freuen können, denn gleichzeitig soll wohl mit keinen höheren Kosten gerechnet werden. Lediglich wenige Anbieter, die noch nachziehen wollen, könnten eventuell noch Veränderungen in den Tarifen vornehmen. Mit Prognosen für die Wintersaison 2012/2013 halten sich Experten noch zurück, denn diese hängen bei vielen trotz der allgemein langsamen Entkoppelung vom Verlauf des Ölpreises ab. Dieser war bislang in starkem Maße auch für vergangene Preisanstiege verantwortlich, und große Gasversorger hatten praktisch gar keine andere Wahl, als sich die steigenden Kosten für den Einkauf auf ihre Verbraucher umzulegen. Kleinere Unternehmen hingegen haben in diesem Fall den Vorteil, dass sie Gas am Spotmarkt kaufen können.
Der Leiter der Energiewirtschaft sagt eine weitere Steigerung auch in den nächsten Jahren voraus. Aussicht auf fallende Preise haben Kunden daher nicht, denn die Treppe zum immer höheren Gaspreis wurde lediglich 2008 durch die damalige Wirtschaftskrise unterbrochen. Gerade Sparfüchse möchten dies aber nicht auf sich sitzen lassen, und es folgen immer mehr Gerichtsprozesse, in denen Kunden gegen Preiserhöhungen klagen. Richter haben es hier nicht einfach und suchen meist nach einem Kompromiss, der für beide Parteien plausibel erscheint.
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